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Träum süß Kleines

Wiedermal eine kleine Geschichte meinerseits:

Träum süß Kleines

„Muss ich wirklich schon schlafen?“, fragte das Mädchen ihren Vater. „Ja mein Kleines, aber Morgen ist ein neuer Tag an dem die Sonne für dich lacht.“, erwiderte der Vater
„Mit welcher Geschichte soll ich dich Heute sanft in deine Träume wiegen?“
„Ich habe eine Frage. Kannst du sie mir beantworten? Ich würde so gern wissen: Wo fließen meine Tränchen hin, so sag mir, was passiert mit ihnen?“ Zuerst war er verdutzt. Was sollte er ihr sagen? Er hatte nie darüber nachgedacht was mit den Tränen der Menschen geschieht…
„Oh bitte, so sag mir doch, sind sie auch gut aufgehoben?“
„Also gut.“, der Vater streichelte ihr über ihr Köpfchen „Sie gehen nicht verloren. Eine kleine Fee sammelt sie in ihrer großen Tasche. In der Nacht, immer dann wenn Kinder träumen, fliegt sie durch die Lüfte und bringt sie zu einem glitzernden See. Er funkelt und leuchtet. Die Menschen sagten es würde Unglück bringen in ihm zu baden, weil sich alles Schlechte in ihm sammeln würde. Aber die kleine Fee war sich ihrer Sache sicher, sie wusste, dass eines Tages etwas Wundervolles geschehen würde. Sie tat dies schon sehr lange Zeit und konnte nicht ertragen, wie die Sehnsüchte Aller hilflos verloren gingen. So füllte sich der kleine See Nacht um Nacht um ein paar dicke Tropfen mehr. Eines Abends aber, als sie ankam, machte sie eine seltsame Entdeckung. Winzige gelbe Sternchen mit geknickten Zacken sammelten sich am schwarzen Himmel über dieser Stelle. Jeder von Ihnen stand für eine einsame, weinende Seele. Als die gute Frau mit ihrem Zauberstab ihre zuletzt gesammelten Tränchen in den See füllte, traute sie ihren Augen nicht. Tief vom Grunde her erstrahlte ein Licht. Kleine silberne Strähnchen schossen gen Himmeln. Plätschern, wie das eines kräftigen Wasserfalls, erklang in ihren Ohren. Die dünnen Fädchen verbanden sich mit den Sternen. Kurze Zeit darauf funkelten und leuchteten diese von oben herab. Die Fee flog zu ihnen herauf, keine geknickten Zacken warn mehr zu sehn. Ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit überkam ihr sanftes Herz. Die Sterne trugen sie durch die Gegend.
Von dieser Nacht an hatte Niemand mehr Angst sich an den Gewässern zu erfreuen. Eine bezaubernde Art des Glücks umwarb den Ort und Jedermann, der sich einsam und unglücklich fühlte, reiste zu diesem Flecken. Sorgen, Ängste und alles Schlechte waren verflogen, wenn man nur in die Nähe kam. So geschah es, dass bald die Fröhlichkeit die Menschen auf der Erde berieselte. Immer dann, wenn alles schlief, so hieß es, würden die Sterne vom See her mit dem Winde säuseln und jedem Hause Liebe bringen. Ja, Liebe sei der Schlüssel zu allem Guten. Durch sie würde Niemand mehr Tränen vergießen müssen.“, Zaghaft schaute der Vater in die runden Augen des Mädchens. Er war sich nicht sicher ob seinem Engelchen dies eine gute Antwort war. Das Mädchen strahlte über beide Wangen: „Aber eins noch, nur eins muss ich noch wissen, bevor ich meine Äuglein schließe. Was ist mit der Fee? Was hat sie gemacht als ihre Aufgabe erfüllt war?“
„Nun ja, die Angaben darüber sind wage, aber man glaubt, dass sie sich ganz in der Nähe ein kleines Haus zauberte. Aus purem Holz, rein von Liebe erbaut. Da lebte sie glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage“ „Oh Papi, dass ist eine sehr schöne Geschichte. Glaubst du, dass es auch stimmt was sich die Leute erzählen? Glaubst du, dass diese Geschichte stimmt?“ „Ach weißt du, manchmal ist es schwer. Aber ich glaube fest daran. So und nun husch, husch, jetzt wird geschlafen. Es ist schon spät.“, mit diesen Worten streichelte er ihr ein letztes mal an diesem Abend über den Kopf und küsste sie zärtlich auf ihre Stirn. „Du bist der beste Papa den man haben kann“, gähnte die müde Kinderstimme.
In dieser Nacht träumte sie von ganz besonders spannenden Abenteuern. Sie flog als Fee durch die Lüfte und vollbrachte zauberhafte Taten…

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