erfolg auf ganzer linie

vorab ein großes dankschön an alle unterstützer_innen für ihren gestrigen einsatz. so bleibt dresden bunt. und kommen wir nun zu meinem bericht über den gestrigen tag. gestern morgen gegen kurz nach 10 machten wir, meine liebste und ich, uns auf den weg richtung neustadt. leider kamen wir nicht, mit unserer bahn, bis auf die andere elbseite da schon relativ früh alle brücken, außer der albertbrücke, gesperrt waren. also mussten wir erstmal bis zur albertbrücke gelangen. unser plan: in die nächste bahn bis kurz vor den zoo und dann dort in eine andere bahn richtung neustadt. gedacht, getan. kurz vor der albertbrücke, quasi die letzte haltestelle auf der altstädter seite, wurde unsere bahn von lustigen menschen in grün kontrolliert. einer von zwei polizisten kam zielstrebig auf uns zu und fragte:

“ Wo geht’s den hin?“. als ich etwas gedanken verloren antwortet in die neustadt, zur kundgebung, wollte er es genauer wissen: “ welche kundgebung? sie sehen für mich nicht gerade rechtsgerichtet aus daher geh ich recht in der annahme das sie zu gegendemo wollen und da ist für sie hier endstation.“ jeder der offensichtlich  zur gegendemo wollte, musste die bahn verlassen. nach höflichem nachfragen meiner liebsten, warum wir nicht rüber dürfen, wurde folgender  grund genannt: „wir (polizei) sind dazu da die beiden lager ausseinander zu halten und deshalb dürfen sie nicht rüber“. ok wir also raus aus der bahn und neuen plan schmieden.  da wir nicht gerade weit von der brücke entfernt waren entschieden wir uns fürs rüber laufen.  wir liefen also einen kleinen bogen damit man nicht merkt, dass wir gerade erst aus der bahn „rausgeworfen“ wurden.
kurz vor der brücke die nächste begegnung mit der polizei.
polizist: „hallo wo soll’s den hingehen?“.
ich so:“in die neustadt zum kumpel“.
er so: „sie wollen also nicht auf die demo?“.
ich so: „neeeeein, es sind ja viel zu viele von ihnen da und man weiß ja nicht was sie für ne laune haben.“
er so: “ sind sie sicher das sie nicht auf die demo wollen?“
ich so:“ ja“.
er so:“sicher?“
ich so: „ja“.
er dann endlich so:“ ok dann schönen tag noch“.
dann durften wir die brücke überqueren. endlich auf der neustädter seite angekommen, liefen wir gezielt auf den albertplatz zu. dort waren zum zeitpunkt unserer ankunft an die 1000 -1500 leute. da ich über den handyticker erfahren hatte, dass auf der hansastraße leute gebraucht werden, sind wir dann da hin. dort sollten wir uns auch dann mit annes bruder und einem kommilitonen  von ihm treffen. aber erstmal bis zur hansastraße kommen. wir sind dann ein stück die alaunstraße hochgelaufen um dann auf die königsbrücker zukommen. dort stand dann aber an der ecke louisenstraße ein paar polizeiautos auf der straße und blockierten das weiter kommen.
eigenltich waren wir wegen dem blockieren da aber egal. also wieder auf die alaunstraße und weiter richtung norden, um an der blockade der polizei vorbei zukommen. wir sind dann also über die jordanstraße wieder auf die königsbrücker um dann von dort am bahndamm entlang richtung bischofsplatz zu gehen. am bischofsplatz wurde es kurzzeitig brenzlig, da dort einige leute einen bus angegriffen hatten. wir blieben kurz stehen um eine gruppe „robocops“ vorbei zulassen. wir dachten uns nur schnell richtung hansastraße, aber wo gehts lang? kurz mit annes bruder telefoniert, der kurz vor uns in die nächste bahn am bischofsplatz eingestiegen ist und dank seines unauffälligen verhaltens auch nicht aus der bahn geworfen wurde.
als wir da standen waren alle bahnen weg. also mussten wir uns wieder zu fuß fortbewegen. unter der nächsten brücke ecke hechtstraße wurden wir wieder von einem polizisten aufgehalten.
er so: „hallo wo soll’s den hingehen?“.
ich dachte mir nur so: „deja vu?“ und antwortet: “ zu einem kommolitonen auf die großenhainer straße, lernen.“.
er so: “ dann haben sie doch sicher einen studentenausweis dabei?“
„haha“ dachte ich mir so es geht auf und holte meinen ausweis raus und zeigte diesen vor.
nach dem wir dann auch geklärt hatten das meine jacke nur wegen zwei geldbörsen so ausgebeult war, durften wir passieren.
 von da aus ging es dann  über die fritz-reuter- und friedenstraße auf die hansastraße. da angekommen trafen wir uns dann endlich mal mit dem rest. treffpunkt war das erste umgeworfenen auto, welches wir heute sehen sollten. nach dem alles bisher erlebte untereinander ausgetauscht wurde, ging es nun darum wo genau wir uns der blockade anschließen sollten. da es extrem kalt war blieb uns nichts anderes übrig als zwischen dem vorderen und hinteren teil zu pendeln. vor allem der hintere teil der blockade war interessant da dort  der lauti stand, welcher unteranderem die neusten infos mit uns teilte.
gegen 13:45 als es dann brenzlig am bischofsweg wurde, wurden wir gekesselt. dumm für die polizei war , dass man über die hinterhöfe aus den kessel raus konnte, was dann auch einige nutzten um den bischofsweg zu unterstützen. wir blieben den restlichen tag vor ort.
kurz vor ende des ganzen spektakels, ging die meldung rum die nasen bekommen einen ausweichroute über dem dammweg-fritz-reuter-straße-hansastraße und wieder zurück. ein riesiger teil der blockade machte sich auf den weg um den hinteresten teil der hansastraße zu blockieren. nur dort warteten schon zwei wasserwerfer und ein paar polizisten. auf grund der geringen anzahl an polizisten ließen sich einige wenige dazu hinreißen, die staatsmacht mit schneebällen, feuerwerkskörpern oder flaschen zu bewerfen. die situation spitze sich langsam zu als ein pulk  von 15-20 menschen tonnen und alles mögliche auf die straße zogen um eine barrikade zu errichten, welche kurz nach ihrem aufbau in flammen auf ging. für uns ein zeichen sich einen anderen weg zu suchen um auf die ersatzroute zukommen. aber leider waren alle wege, selbst der hinterausgang eines friedhofs von der polizei blockiert.
wir entschieden uns dann kurz vor 17:00 uhr, dem ende des nazi“aufmarsches“, dazu wieder zu unserem ursprünglichen blockadeplatz zurückzukehren. die brennde barrikade wurde durch den mutigen einsatz eines wasserwerfers gelöscht. an der spitze der hansastraße angekommen wurden wir langsam aber sicher wieder eingekesselt von der staatsmacht. diese macht jetzt auch nicht vor gewalt halt.
kurz darauf beruhigt sich die situation wieder und wir entschieden uns langsam richtung heimwärts  zu gehen. auf dem weg richtung altstadt kamen wir noch an ein bis zwei abgebrannten barrikaden und um geworfenen pkws vorbei. auf dem albertplatz angekommen glich die blockade einer riesen großen party. es gab auch guten grund dazu, den zum ersten mal in der geschichte haben wir es geschafft den wahrscheinlich größten nasenaufmarsch in europa zu verhindern.

ach ja irgendwo in der altstadt war auch die menschenkette, welche nichts mit der verhinderung des aufmarsches zu tun hatte. die sahen genauso wenig nazis wie wir da diese ja nicht vom bahnhofsvorplatz gekommen sind.
die lustigeste twitter nachricht gestern abend:

RT @fanaddico: nazis sind schon seltsam. Sie kommen aus ganz Europa nach #Dresden angereist,nur um sich einen Bahnhofsvorplatz anzusehen. 😉

hoffen wir nur das es nächstes jahr wieder so erfolgreich wird. bilder zu dem spektakel werden folgen. links/fotos findet ihr bei spreeblick

update
fotos sind mittlerweile online.

Veröffentlicht von Chris Kloss

schreibt seit vielen Jahren ins Internet. Mag guten Kaffee und Gespräche. Hilft gern wo er kann.

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