Für viele Menschen gehört er zum Morgen wie das Weckerklingeln: Kaffee. Dass es sich bei diesem Getränk um ein Luxusgut handelt, ist den wenigsten bewusst.

Immerhin stehen Menschen jeden Tag auf ihrem Feld und kümmern sich um ihre Sträucher – gießen und pflegen diese mit all ihrem Wissen und Hingabe. Den Kaffeebauern ist klar: umso besser die Kaffee-Ernte desto höher der Gewinn pro verkauftem Kilo. Daher pflücken sie per Hand die Kirschen, um so viele wie möglich von diesen unbeschadet in den nächsten Bearbeitungsprozess zu überführen.

Wie vielen Konsumenten ist bewusst, was alles in dem Entstehungsprozess stattfindet, bis das schwarze Gold in der Tasse auf den ersten Schluck wartet? Wie vielen Menschen ist klar, dass es sich bei Kaffeekirschen um Früchte handelt? Ich glaube, da ist noch Luft nach oben.

Kaffeekirschen nach der Ernte in Indonesien

Kaffee (to-Go) bekommen wir an fast jeder Ecke: beim Bäcker, Fleischer oder beim Discounter im Eingangsbereich. In der Regel zahlen die Menschen für einen Becher Kaffee zum Mitnehmen 1,50€. Der aktuelle Rohkaffeepreis liegt im Moment bei unter 1€. Ein Kaffeebauer könnte sich also nicht Mal ein Kaffee-to-Go leisten für ein Kilo verkauften Kaffees. Spätestens hier wird deutlich, da herrscht ein Ungleichgewicht.

Garantiert kein guter Kaffee

Es gibt verschiedene Wege, wie die Bauern mehr aus ihrem Kaffeeplantagen machen können. Zum Beispiel schließen sie sich zu sogenannten Kooperativen zusammen, um einen deutlich besseren Preis auf dem Markt zu erzielen.

Unterstützung erhalten sie außerdem auch von einigen Händlern. Diesen ist besonders wichtig, ihren Kunden einen erstklassigen Kaffee anbieten zu können. Es ist also eine Win-Win-Situation. Die Bauern erhalten Wissen und Unterstützung – die Händler bekommen hervorragende Bohnen, die sie für einen guten Preis weiterverkaufen können.

Der Direkthandel zwischen Farmern und Röstereien ist ein bedeutender Schritt, um für alle Beteiligten das Beste herauszuholen. Manche nennen es auch das Zwei-Könige-Prinzip. Dabei sind Bauern und Kunden quasi Könige.

Ein Trommelröster kurz nach dem Röstvorgang


Wie kann ich jetzt helfen?


Probiere Mal Bohnen abseits von Melitta und Tchibo. Es gibt in Deutschland zahlreiche Röstereien, die guten Kaffee zu fairen Bedingungen herstellen. Der schmeckt in der Regel besser als der von den oben genannten. Einziger „Nachteil“: Der Preis ist deutlich höher. Dafür haben aber alle was davon.

Wenn dich das Thema weiter interessiert, habe ich hier noch zwei Lesetipps:

Coffee Circle gehört zu den Röstereien, die sehr viel Wert darauf legen, die Bauern zu unterstützen. Auf ihrer Website berichten sie viel Wissenswertes: https://www.coffeecircle.com/de/e/kaffee-herkunft

Mona Knorr hat in ihrem Blog aufgeschrieben, was es mit dem Kaffeepreis auf sich hat: https://communitysupported.org/kaffeepreise/


Fotos: Titelbild stammt von Coffee Circle, Bild von Kaffeekirschen stammt von Andreas Wegelin , Bild von Röster stammt von Yanapi Senaud

Veröffentlicht von Chris Kloss

schreibt seit vielen Jahren ins Internet. Mag guten Kaffee und Gespräche. Hilft gern wo er kann.

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