Welch betörender Auftakt einer Karriere

Wie ich da hier so zwischen mittelgroßen Bergen von Fachzeitschriften, Lehrbüchern, Kommentaren und Gesetzestexten sitze, schweifen meine Gedanken des Öfteren von dannen und mein Blick richtet sich leer auf das große Unterwäscheplakat an meiner Wand. Die vielen Unterschriften und Grüße meiner Freunde füllen so langsam den weißen Hintergrund rund um „Tiffany“ herum. Sie hüpft gerade und schaut ich erstaunt über die Schulter, während ihre blonden Locken herumwedeln. Sie ist ein wenig zu groß, was ihrer Ausstrahlung aber keinen Abbruch bringt.  Tiffany war ein Weihnachtsgeschenk einer sehr guten Freundin, weil sie meinte ich bräuchte mal wieder eine nette Frau an meiner Seite. Und mit Tiffy sollte ich mich wohl wieder daran gewöhnen, länger als nur ein paar Stunden mit ein und derselben Frau zu verbringen.

Doch gerade da liegt der Hund begraben. Tiffany sieht zwar gut aus – wie so einige echte Frauen auch – doch ist sie vollkommen anders. Sie ist unkompliziert und nie launisch. Ich muss mir nicht dauernd etwas aus den Fingern saugen um sie zu unterhalten. Sie freut sich gleichermaßen über Stille und Lärm. Sie verstrickt mich nicht in heimtückische Wortspielereien. Oh die Wortspielereien! Die muss man doch einfach lieben. Frau stellt vollkommen unverfängliche Fragen wie „Findest du mich hübsch?“. Man(n) will seine Liebste nur beruhigen und kramt die peotischten und liebevollsten Vokabeln aus den hintersten Ecken seines Hirns hervor und bekommt dafür natürlich nichts als ehrlichsten Dank und Liebe. Denkste. Auf solche Fragen GIBT es einfach KEINE RICHTIGE Antwort. Am besten man ergibt sich gleich, schnappt sich sein Kopfkissen und legt sich auf’s Sofa.

Mit Tiffany hab ich das noch nie erlebt. Wir lagen allerdings auch noch nie in einem Bett. Und gesprochen hat sie mit mir eigentlich auch noch nie. Das ist wahrscheinlich auch gut so. Am Ende ist sie auch genau so! Frauen sind doch schließlich auch alle gleich. Und überhaupt, und so…

Fragst du dich auch gerade, warum ich mir das Ganze eigentlich antue? Kennst du die Antwort auch schon?

Es macht verdammtnochma einfach Spaß. So einfach ist das tatsächlich! Gegensätze ziehen sich an und in einigen Fällen danach sogar auch noch aus. Eine Frau wie Tiffany – ohne Allüren und Schattenseiten – ist zwar unglaublich pflegeleicht und vielleicht auch irgendwo zu finden, doch ich habe mich gefragt, ob sich die Suche auch lohnt. Tut sie nicht. Is‘ so, kannste glauben. Diese Frau wäre am Ende so interessant wie Brot. Klar, man beißt gern ma rein, wenn man Hunger hat, aber man isst auch weitaus öfter auswärts. Ich hab schon vor einiger Zeit begonnen umzudenken. Ich hab aufgehört, nach der perfekten Frau zu suchen.

Ich suche einfach nur noch die Frau, die mir völlig konträr ist und mit der ich trotzdem harmoniere. Also nichts mehr mit gleichen Vorlieben und Hobbies. Keine gleichen Studiengänge oder sonstige Parallelen. Mein Entschluss steht – die Feldversuche laufen.

Ich für meinen Teil geh jetzt Mittagessen. Mit einer Medizinerin.

Hochachtungsvoll,

Karl Prall

4 Antworten auf &‌#8222;Welch betörender Auftakt einer Karriere&‌#8220;

  1. endlich..das warten hat sich gelohnt…
    ich war schon kurz vorm bereuen….
    aber noch ma gerettet.

  2. Ich hab doch nur auf ein symbolträchtiges Datum gewartet. Welcher Tag wäre besser geeignet für meinen Schritt ins Rampenlicht, als der heutige?

  3. oha heißt das das man jetz wieder auf den nächsten beitrag warten darf bis das nächste symbolträchtige datum ran is?

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